Lexikon

Vergeilen

Als Vergeilen bezeichnet man das unnatürlich schnelle, langgezogene Wachstum von Jungpflanzen. Die Triebe werden dabei dünn, weich und instabil, die Abstände zwischen den Blättern ungewöhnlich groß. Ursache ist fast immer Lichtmangel in Kombination mit zu hoher Temperatur.

Warum vergeilen Pflanzen?

Pflanzen strecken sich bei zu wenig Licht stark in die Höhe, um eine bessere Lichtquelle zu erreichen. Dieses sogenannte „Spargeln“ tritt besonders häufig bei der Vorkultur auf der Fensterbank im Februar und März auf.

Typische Ursachen sind:

  • Zu dunkler Standort
  • Zu hohe Raumtemperatur
  • Zu dichter Stand der Jungpflanzen
  • Zu frühe Aussaat im Jahr

Wie erkennt man vergeilte Pflanzen?

  • Lange, dünne und instabile Stängel
  • Helle, oft blassgrüne Blätter
  • Große Abstände zwischen den Blattknoten
  • Umknicken der Jungpflanzen

Was tun gegen Vergeilen?

Die wichtigste Maßnahme ist mehr Licht. Ideal ist ein sehr heller Standort oder eine Pflanzenlampe. Gleichzeitig sollte die Temperatur nach dem Keimen etwas gesenkt werden. Viele Gemüsearten wie Tomaten oder Kohl wachsen bei 16–18 °C kompakter als bei 22 °C.

Bereits vergeilte Jungpflanzen können teilweise gerettet werden. Tomaten lassen sich beim Pikieren tiefer setzen, da sie am Stängel zusätzliche Wurzeln bilden. Andere Pflanzen sollten möglichst bald heller und kühler gestellt werden.

Vergeilen vorbeugen

Eine angepasste Aussaatzeit ist entscheidend. Wer im Spätwinter aussät, sollte für ausreichend Licht sorgen oder bis März warten. Kräftige, kompakte Jungpflanzen sind die beste Grundlage für gesunde, ertragreiche Pflanzen im Garten.